Berufsfachschule

Chemielaborant/in

Der Beruf

Du hast Interesse an Naturwissenschaften und suchst nach einem verantwortungsvollen Beruf?
Du magst es, analytisch zu denken und genau hinzuschauen?

Dann bist du bei den Chemielaboranten genau richtig!

Jetzt bewerben!

  • Chemielaborant*innen überprüfen Stoffe und Produkte (wie Arznei- oder Nahrungsmittel) auf ihre Beschaffenheit, ihre Identität, ihre Reinheit und ihren Gehalt an bestimmten Inhaltsstoffen.

In der chemischen, pharmazeutischen und Lebensmittel-Industrie werden Ausgangsstoffe und Produkte so auf die geforderte Qualität getestet.

  • In der Forschung und Entwicklung suchen und erproben Sie neue Stoffe (z.B. Medikamente) oder Herstellungsverfahren.
  • In Behörden und Untersuchungslaboren überwachen Sie Firmen, Kommunen und Städte zum Schutz der Umwelt.

Der Arbeitsplatz eines Chemielaborant*innen ist das Labor.

  • Dort arbeiten sie mit organischen und anorganischen Chemikalien und vielen verschiedenen Geräten und Apparaturen.
  • Sie arbeiten dabei umsichtig, verantwortungsvoll und genau. Sie halten die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen (Schutzkleidung, Arbeit mit Gefahrstoffen) ein.
  • Am Laborcomputer werten sie Analyseergebnisse aus.

Interessante Ausführungen zum Beruf finden sich auch unter Alpha-Bildungskanal - Chemielaborant/in.

Die Ausbildung

Die einjährige BFS an der BBS Justus-von-Liebig-Schule kostet kein Schulgeld. Wenn Du danach eine betriebliche Ausbildung beginnst, verdienst Du meist schon zu Beginn ca. 1000 €.
Die Chancen stehen sehr gut, nach einer Ausbildung zum Chemielaboranten einen erfolgreichen Berufseinstieg zu haben. Auch danach bieten sich weitere interessante Perspektiven.

Wenn Du Dich für Chemie interessierst, hast Du bestimmt schon einige interessante Phänomene mit Deinen Lehrern und Mitschülern betrachtet und einige Versuche geplant, durchgeführt und ausgewertet. Vielleicht:

  • Wie ist ein Atom aufgebaut? Wie sind Salze, Metalle und Moleküle aufgebaut?
  • Weshalb zerbricht ein Salzkristall oder Glas, während Metalle sich bei Krafteinwirkung nur verformen?
  • Weshalb verbrennt Kohle oder Spiritus, Wasser aber nicht? Was passiert eigentlich beim (Ver)Brennen von Stoffen?
  • Weshalb sind einige Stoffe farbig, andere jedoch weiß oder farblos? Weshalb wird Rotkohl bei Zugabe von basischen Stoffen zum Blaukraut.

Dabei ist es nicht so wichtig, wie viele Experimente und Phänomene Du bereits kennst, sondern dass Dich die genaue Betrachtung der Phänomene und Ausführung der Versuche grundsätzlich interessiert.

Hieran knüpfen wir auch in unserem Unterricht an und verbinden dies mit den Arbeitsweisen im Beruf des Chemielaboranten. In der einjährigen BFS lernst Du beispielsweise zusätzlich:

A - Grundlegende Labortechniken, wie das Ansetzen von Lösungen oder das Trennen von Stoffgemischen, beispielsweise durch

  • genaues Einwiegen, in Lösung bringen, wohl dosierte Zufuhr von Wärme,
  • Ausfällen von Stoffen, Abfiltrieren und Zentrifugieren, schonendes Trocknen

B - Wie neue Stoffe wie „Aspirin“ hergestellt werden und wie deren Qualität kontrolliert wird. Wichtige Fragestellungen dabei lauten:

  • Wie baue ich eine passende Glasapparatur für diesen Zweck auf oder um?
  • Wie führe ich die Reaktion, um in möglichst kurzer Zeit eine hohe Ausbeute an Produkt zu erhalten und Nebenprodukte zu vermeiden?
  • Wie trenne ich Nebenprodukte ab?
  • Wie reinige ich das Produkt, um es in besonders hoher Qualität und Reinheit zu erhalten?
  • Wie kontrolliere ich die Qualität und Reinheit des Produkts?

C - Das Analysieren von allen möglichen Stoffen: Typische Fragestellungen im Unterricht können heißen:

  • Welche Stoffe sind in einer Probe enthalten? (Qualitative Analyse)
  • Wie lassen sich (Schad)Stoffe mit einfachen Reaktionen nachweisen? z.B. Nitrat
  • Wie viel von einem Stoff ist in einer Probe enthalten? (Quantitative Analyse)
  • Wie viel Fett ist in Kartoffelchips enthalten?
  • Wie viel Alkohol ist in einem Arzneimittel oder in einem Getränk enthalten?
  • Wie viel Zucker ist in Fruchtsäften enthalten?
  • Welche Schadstoffe sind in welcher Konzentration im Abwasser/ Trinkwasser enthalten?
  • Welche Nährstoffe sind in einer Bodenprobe enthalten?

Schwerpunkt und Aufbau der Ausbildung

In der einjährigen Berufsfachschule legen wir Grundlagen in Theorie (ca. 30% der Wochenstunden) und Praxis (doppelt so viele Stunden wie Theorie), um das sichere Arbeiten im Labor zu erlernen. Dieses Jahr kann je nach Deinen Leistungen und je nach dem Betrieb, der Dich in die Ausbildung übernimmt, als erstes Ausbildungsjahr angerechnet werden

Besonderheiten

Zur Teambildung findet ein fünftägiger Aufenthalt im Landschulheim statt. Teil der Berufsfachschule ist auch die Ausbildung zum Ersthelfer. 

Wie kann ich mich bewerben?

Für das kommende Schuljahr solltest Du Dich möglichst bis Mitte Februar bewerben.

Bewerbungen für Schulpflichtige mit Wohnsitz in der Region Hannover:
Schulpflichtige Jugendliche mit Wohnsitz in der Region Hannover bewerben sich über ihre Schule mit dem Anmeldeformular der Region Hannover. à Link

Bewerbungen für nicht Schulpflichtige mit deutschem Schulabschluss:
Folgende Unterlagen werden für die Anmeldung benötigt:

  • ausgefülltes Anmeldeformular
  • tabellarischer Lebenslauf mit Lichtbild und mit Unterschrift
  • amtlich beglaubigte Kopie des Sek-1 Abschluss - Zeugnisses (Realschulabschluss)*

*Ist der Abschluss noch nicht erreicht, kann das Halbjahreszeugnis der Klasse 10 eingereicht werden.

Kostet die Ausbildung etwas?

Der Besuch der (staatlichen) einjährigen Berufsfachschule ist kostenfrei. Eine finanzielle Förderung der Berufsausbildung (BAföG) ist in vielen Fällen möglich.

Wenn Du nach dem Berufsfachschuljahr Deine betriebliche Ausbildung beginnst, bekommst Du ein gutes Azubi-Gehalt, im ersten Jahr bereits ca. 1000 € im Monat.

Wie geht es danach weiter?

Die Einjährige BFS mit dem Schwerpunkt Chemielaborant entspricht dem ersten Lehrjahr der Ausbildung zum Chemielaboranten.

Die Ausbildung zur Chemielaborantin bzw. zum Chemielaboranten erfolgt danach im dualen System; also in Zusammenarbeit zwischen einem Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule.
Während des einjährigen BFS-Jahres bewirbst Du Dich daher mit Unterstützung durch uns um einen Ausbildungsvertrag in einem Betrieb.
Je nach Deinen Leistungen und Deinem Ausbildungsbetrieb wirst Du ins erste oder zweite Ausbildungsjahr eingestuft.
 

Als Fortbildungen nach Beendigung der Ausbildung zum Chemielaboranten bieten sich nach der Ausbildung folgende Möglichkeiten an:

  • Besuch der Fachoberschule, um die Fachhochschulreife zu erlangen und gegebenenfalls zu studieren
  • Erwerb der Technikerin bzw. des Technikers
  • Erwerb der Industriemeisterin bzw. des Industriemeisters Chemie

Keyfacts

Schulische Voraussetzungen:
Sekundarabschluss I

Ausbildungsdauer:
1 Jahr 

Berufsschule:
Standort Hannover-Hoefestraße

Ansprechpartner/in